DJV-Handreichung

Pressemitteilungen

Berlin, 21.05.2026

PRESSEMITTEILUNG

Bundesverband Nordisches Modell kritisiert DJV-Handreichung als einseitig und verharmlosend

Der Bundesverband Nordisches Modell übt scharfe Kritik an der vom Deutscher Journalisten-Verband veröffentlichten Handreichung zur Berichterstattung über Prostitution. Das Papier erhebt den Anspruch, zu einer sachlichen und diskriminierungsfreien Berichterstattung beizutragen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Handreichung ist erkennbar ideologisch geprägt und übernimmt weitgehend die Perspektive von Interessenvertretungen, die seit Jahren versuchen, Prostitution als gewöhnliche Erwerbstätigkeit darzustellen. Damit wird ein verzerrtes Bild gezeichnet, das die Realität vieler betroffener Frauen ausblendet: Gewalt, Ausbeutung, ökonomischer Zwang und fehlende Alternativen werden relativiert oder marginalisiert.

 

„Wer Prostitution auf eine Frage von Sprache und Stigmatisierung reduziert, verkennt die strukturelle Gewalt, die diesem System innewohnt“, erklärt Simone Kleinert, Vorstand des BVNM. „Hier wird nicht aufgeklärt, sondern verklärt.“ 

 

Besonders kritisch ist, dass die Rolle der Nachfrage, also der Freier, in der Handreichung nicht problematisiert wird. Damit wird ein zentraler Faktor unsichtbar gemacht: Prostitution existiert nur in Abhängigkeit von einer zahlenden Nachfrage. Ohne Geld des Freiers gäbe es keine Prostitution, keine Zuhälterei und keinen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Wer darüber berichtet, muss diese Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse kennen und benennen. So kommt das Wort „Freier“ oder „Sexkäufer“ in der Handreichung nicht vor. Lediglich dreimal taucht die „Kundschaft“ auf. 

 

Journalismus trägt Verantwortung für die gesellschaftliche Einordnung komplexer Themen. Eine Handreichung, die zentrale Risiken und Realitäten systematisch ausblendet, wird dieser Verantwortung nicht gerecht. Sie trägt vielmehr dazu bei, bestehende Missstände zu verharmlosen und notwendige politische Debatten zu verzerren.

 

Der BVNM fordert den Deutschen Journalisten-Verband e.V. daher auf, die Handreichung grundlegend zu überarbeiten. Notwendig ist eine evidenzbasierte, multiperspektivische Darstellung, die die gesamte Bandbreite der Realität berücksichtigt – einschließlich Gewalt, Menschenhandel und struktureller Zwänge. Nur so kann Berichterstattung entstehen, die nicht beschönigt, sondern informiert und damit einen Beitrag zu echter Aufklärung und zum Schutz der Betroffenen leistet.

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