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Berlin, 13.05.2026
PRESSEMITTEILUNG
DGB-Bundeskongress legitimiert Prostitutionssystem – Bundesverband Nordisches Modell warnt vor fatalem Signal für Frauenrechte
Mit großer Bestürzung reagiert der Bundesverband Nordisches Modell auf den heutigen Beschluss des DGB-Bundeskongresses, einen Antrag mit rund 80 Prozent Zustimmung anzunehmen, der sich explizit gegen das Nordische Modell ausspricht.
„Dieser Beschluss ist ein fatales Signal für die vulnerabelsten Menschen in der Prostitution“, erklärt Simone Kleinert vom Bundesverband Nordisches Modell. „Statt die strukturellen Machtverhältnisse und die massive Gewalt im System Prostitution in den Blick zu nehmen, wird ein Markt legitimiert, der von der Nachfrage der Freier, von Zuhältern, Bordellbetreibern und anderen Profiteuren lebt.“
Deutschland verfolgt seit über zwei Jahrzehnten den Weg der Legalisierung von Sexkauf. Die Realität ist jedoch geprägt von Gewalt, extremer Vulnerabilität und einem enormen Machtgefälle. Der Großteil der Menschen in der Prostitution sind Frauen, viele davon migrantisch, armutsbetroffen oder drogenabhängig. Von „fairen Arbeitsbedingungen“ kann keine Rede sein.
„Das Nordische Modell wird von vielen abgelehnt, die seine tatsächliche Ausgestaltung und Komplexität wahrscheinlich nicht in Gänze kennen“, so Simone Kleinert weiter. „Dabei geht es nicht um Repression gegen die Menschen in der Prostitution, sondern um einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel: weg von der Normalisierung des Sexkaufs, hin zu mehr Rechten und echter sozialer Unterstützung.“
Der BVNM warnt davor, mit der Anerkennung von Prostitution als „Arbeit“ vor allem diejenigen zu stärken, die am System verdienen: Freier, Zuhälter, Bordellbetreiber und Betreiber von Anzeigenplattformen. „Solidarität bedeutet nicht, ein System der sexuellen Verfügbarkeit zu legitimieren. Solidarität bedeutet, die Schwächsten zu schützen.“
Abschließend verweist der Verband darauf, dass sich die politische Debatte in Deutschland längst verändert habe. Immer mehr Stimmen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft forderten inzwischen einen Perspektivwechsel in der Prostitutionspolitik. Auch das Europäische Parlament hat sich 2014 und 2023 für die Einführung von Maßnahmen nach dem Vorbild des Nordischen Modells ausgesprochen.
„Der heutige Beschluss des DGB Bundeskongresses ist kein Fortschritt für Frauenrechte“, erklärt Simone Kleinert. „Er ist ein Rückschritt: er verhindert echte Gleichstellung und sendet das Signal an die Profiteure des Prostitutionssystems, dass ihre Interessen weiterhin geschützt werden.“
Hier gelangen Sie zum finalen Beschluss.
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