Pressemitteilungen

Berlin, 16.11.2025

PRESSEMITTEILUNG

Die SPD Frauen wagen die Debatte, die DGB Frauen verschließen sich ihr
 

Zu den aktuellen Positionierungen der SPD Frauen und DGB Frauen zu Prostitution

Am Sonntag, dem 16.11.25, hat die Bundesfrauenkonferenz der SPD FRAUEN den Antrag „Blickwinkel Prostitution ./. Blickwinkel Sexarbeit“ angenommen.  Der Antrag stellt fest, dass innerhalb der SPD FRAUEN zwei unterschiedliche Blickwinkel auf Prostitution existieren und beide Sichtweisen als „legitime, nebeneinanderstehende Positionen“ anerkannt werden. In zwei Hintergrundpapieren werden beide Positionen ausführlich dargestellt. Eine Position befürwortet das Nordischen Modell und erkennt Prostitution als Gewalt gegen Frauen an. Die andere Position fordert die Anerkennung der Sexarbeit als Beruf. 

 

Der Bundesverband Nordisches Modell (BVNM) begrüßt den Beschluss der SPD FRAUEN und das Positionspapier für das Nordische Modell. Das Nordische Modell hat den Schutz prostituierter Frauen und die Erreichung der Gleichstellung der Geschlechter zum Ziel. „Wer Gleichstellung verwirklichen will, kann nicht länger akzeptieren, dass Männer hierzulande den sexuellen Konsens durch Bezahlung legal umgehen können. Der Sexkauf in der Prostitution ist eine Form von Gewalt gegen Frauen und deshalb müssen Freier bestraft werden“, betont Simone Kleinert, Vorsitzende des BVNMs. Die Positionierung eines Teils der SPD FRAUEN, die Forderung nach Einführung des Nordische Modell zu unterstützen, ist wegweisend. Der Beschluss der SPD FRAUEN sei außerdem als Ausdruck einer offenen Debattenkultur zu würdigen, die unterschiedliche Positionen anerkenne. Mit dem Beschluss würden die SPD FRAUEN zeigen, dass sie die Frage der Prostitution in ihrer Komplexität ernst nehmen. „Statt einer vorschnellen Schließung der Debatte, würden beide vorhandenen Positionen weiter zur Diskussion gestellt“, so Kleinert.

 

Anders hat sich die DGB-Bundesfrauenkonferenz am Wochenende entschieden. Die Delegierten nahmen zwei Anträge an, die das Nordische Modell in Gänze ablehnen und die Anerkennung der Prostitution als Erwerbsarbeit fordern. Eingebracht wurden die Anträge von den ver.di Frauen und der Gewerkschaft der Polizei. „Beide Anträge gleichen einer Feigenblatt-Politik“, sagt Kleinert. So fordert einer der Anträge, auch „Betreiber*innen von Prostitutionsstätten in alle Prozesse zur Neu- oder Umgestaltung gesetzlicher Regelungen“ einzubeziehen. Kleinert kritisiert: „Vordergründig wird der Schutz von prostituierten Frauen behauptet, aber durch die Hintertür werden die Interessen von Bordellbetreibern und Freiern gestärkt.“ Zudem enthält der Antrag auch Falschbehauptungen, wie etwa, dass in Frankreich, wo seit knapp 10 Jahren das Nordische Modell umgesetzt wird, Hilfsangebote für Betroffene weniger zugänglich seien. Tatsächlich haben aber rund 2.000 Frauen seit Einführung des Nordischen Modells an Ausstiegsprogrammen teilgenommen. Keine einzige prostituierte Frau wurde strafrechtlich verfolgt. In Deutschland hingegen werden Bußgelder gegen prostituierte Frauen erlassen, weil sie beispielsweise gegen Pflichten des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) verstoßen. Der BVNM bedauert, dass auf Angebote des BVNMs für einen gemeinsamen Austausch über das Nordische Modell von Seiten der ver.di Frauen im Vorfeld nicht eingegangen wurde. „Das Nordische Modell wird kategorisch abgelehnt, ohne sich auch nur einmal mit denen zu unterhalten, die Expertise hierzu hätten anbieten können“, sagt Kleinert. 

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